Seit gestern bin ich wieder zurück von meinem Jakobsweg.
Ganz allein bin ich von S.Jean Pied de Port in Frankreich über die Pyränäen bei Nebel, Regen und Sturm nach Spanien gegangen. Es war grenzwertig. Ich war völlig erschöpft. Aber alle Ängste die ich jemals hatte, sind in den Pyränäen zurückgeblieben. Ich war 3 Wochen unterwegs und am 30.Juli erreicht ich Santiago de Compostella. Über 400 km ging ich zu Fuss, manchmal bei über 40 Grad Hitze, abends war die Herberge wie ein Paradies. Es war mein Weg zu mir selbst. Ich habe mich selbst entdeckt konnte so sein wie ich bin, hatte Begegnungen mit Menschen aus aller Welt. Ich erlebte richtige Wunder, unglaublich.
Ich bin so stolz auf meinem Körper, der mich nie im Stich ließ, keine einzige Blase, kein anderes Wehwehchen. Das mit 47 Jahren. Meine wertvollste Erkenntnis war, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein. Ich habe in meinem ganzen Leben nie solche Glücksmomente erlebt wie am Jakobsweg. Ohne Mode, ohne Kosmetik, ohne all diesen Schnick Schnick von den man glaubt ohne ihn nicht leben zu können. Eine Tube Creme für Gesicht und Körper, ein Stück Seife für Gesicht Körper und Wäsche waschen, zersauste Haare, verschwitzt und das Beste: Ich hab die Liebe auf dem Jakobsweg gefunden einen Mann der mich genau so zersaust und verschwitzt, ohne Schmincke mit bereits grauem Haaransatz und behaarten Beinen und Armen liebt.
Ein Wahnsinn! Das wünsche ich euch Allen!!!!